Das Kontextfenster (Context Window) ist die maximale Menge an Text (gemessen in Token), die ein Sprachmodell in einem Gespräch gleichzeitig verarbeiten kann. Alles, was über das Kontextfenster hinausgeht, vergisst das Modell.
Stell dir das Kontextfenster wie einen Schreibtisch vor: Alles, was darauf liegt, kann das Modell sehen und nutzen. Dein Prompt, deine hochgeladenen Dokumente, der bisherige Gesprächsverlauf. Sobald der Schreibtisch voll ist, fällt das Älteste vom Tisch und das Modell vergisst es.
Das ist kein Fehler, sondern eine technische Grenze. Sprachmodelle haben kein dauerhaftes Gedächtnis. Sie verarbeiten alles innerhalb eines einzigen Kontextfensters und beginnen jedes neue Gespräch von Null.
Claude: Bis zu 1 Million Token in allen Zugangswegen.
ChatGPT (App): Ca. 400.000 Token. Über die API bis zu 1 Million Token.
Gemini: Bis zu 1 Million Token (Gemini 3.5 Flash).
1 Million Token entsprechen grob 600.000–700.000 deutschen Wörtern, also mehreren Büchern.
Je größer das Kontextfenster, desto mehr Informationen kann das Modell gleichzeitig berücksichtigen. Für kurze Fragen spielt die Größe keine Rolle. Für die Analyse umfangreicher Dokumente, langer Gesprächsverläufe oder ganzer Datenbanken ist sie entscheidend.
🔗 Verwandte Begriffe:
Token, Large Language Model (LLM), ChatGPT, Claude, Gemini, RAG
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